Beim PV Überschussladen nutzt Ihr Elektroauto den Solarstrom, der nach dem aktuellen Haushaltsverbrauch übrig bleibt. Dafür müssen Messung und Ladeleistung abgestimmt werden. Ob das automatisch funktioniert, hängt von der konkreten Kombination aus Wallbox, Messgerät und Steuerung ab.
Die erste Frage ist jedoch ganz praktisch: Steht Ihr Auto häufig zu Hause, während die Anlage Strom produziert? Danach folgen Kompatibilität und Installation. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie eine passende Lösung auswählen und welche Informationen Sie für eine Beratung in Bocholt vorbereiten sollten.
Wie entsteht der verfügbare Überschuss?
Für eine vereinfachte Momentaufnahme erzeugt die Photovoltaikanlage 5 Kilowatt. Im Haushalt werden gleichzeitig 1,5 Kilowatt verbraucht. Ohne weitere Verbraucher und Speicher bleiben rechnerisch 3,5 Kilowatt für das Fahrzeug übrig. Verändern sich Produktion oder Haushaltslast, verändert sich auch diese Differenz.
Das Beispiel beschreibt eine Leistung zu einem bestimmten Zeitpunkt. Die tatsächlich geladene Energiemenge wird dagegen in Kilowattstunden gemessen. Für die Bewertung Ihrer Fahrenergie müssen deshalb Ladeleistung und verfügbare Zeit zusammen betrachtet werden.
Automatisches solares Laden erfordert eine verlässliche Erfassung der Energieflüsse und eine passende Ansteuerung der Wallbox. Die Wallbox Inspektion der HTW Berlin untersucht genau dieses Zusammenspiel und zeigt, dass Regelverhalten und Bereitschaftsverluste das Ergebnis beeinflussen. [1]
Passt solares Laden zu Ihrem Alltag?
Notieren Sie die typischen Abfahrtszeiten, Standzeiten und Fahrstrecken. Für einen Haushalt mit häufigem Homeoffice kann die Nutzung anders aussehen als für jemanden, der das Auto werktags erst spät am Abend abstellt. Bewerten Sie deshalb nicht nur die mögliche Solarproduktion.
Erstellen Sie eine einfache Woche als Planungsvorlage. Markieren Sie die Zeiten, in denen das Auto tatsächlich angeschlossen werden könnte. Berücksichtigen Sie Wochenenden, Teilzeit und regelmäßige Auswärtstermine. Aus dieser Übersicht lässt sich ein sinnvolleres Ladeprofil ableiten als aus einer einzigen Jahresfahrleistung.
Klären Sie außerdem Ihre Komfortanforderung. Muss das Fahrzeug jeden Morgen einen bestimmten Ladezustand erreichen, sollte die Steuerung dafür eine geeignete Betriebsart bieten. Reines Überschussladen kann anders priorisiert werden als ein verbindlicher Energiebedarf bis zur Abfahrt.
Welche Komponenten müssen zusammenpassen?
Fordern Sie eine Prüfung der exakten Produktmodelle an. Eine gemeinsame Marke ist keine ausreichende Beschreibung; unterschiedliche Modelle oder Softwarestände können verschiedene Funktionen bieten. Lassen Sie schriftlich festhalten, welche Kombination für das gewünschte Ladeverhalten vorgesehen ist.
| Baustein | Was Sie konkret prüfen lassen sollten |
|---|---|
| Wallbox | Regelbare Ladeleistung und unterstützte Solarfunktion |
| Wechselrichter | Genaues Modell und vorhandene Kommunikationsmöglichkeiten |
| Messung | Erfassung am Netzanschlusspunkt und Zuordnung der Stromflüsse |
| Steuerung | Zusammenspiel der Komponenten und verfügbare Betriebsarten |
| Elektroauto | Unterstützte Ladearten und Verhalten bei Ladepausen |
| Internet und Netzwerk | Erforderliche Verbindung und Verhalten bei Ausfall |
Fragen Sie auch, wo Sie die geladenen Energiemengen sehen können und ob Solarstrom und Netzbezug getrennt dargestellt werden. Eine verständliche Anzeige hilft, den späteren Nutzen mit der ursprünglichen Planung zu vergleichen.
Warum spielt die minimale Ladeleistung eine Rolle?
Ein Fahrzeug lässt sich nicht bei beliebig kleiner Leistung laden. Bei üblichen Wechselstromlösungen wird häufig mit etwa 1,4 Kilowatt Mindestleistung einphasig und etwa 4,2 Kilowatt dreiphasig geplant. Die Unterstützung durch Wallbox und Fahrzeug muss für das konkrete System geprüft werden. [2]
Eine passende automatische Phasenumschaltung kann deshalb bei kleineren Überschüssen interessant sein. Sie sollte jedoch ausdrücklich Bestandteil der Kompatibilitätsprüfung sein. Lassen Sie sich erklären, wie die Kombination zwischen Ladearten wechselt und wie sie auf wiederholte Unterbrechungen reagiert.
Vermeiden Sie eine Auswahl nur nach maximaler Leistung. Für Ihr Vorhaben sind möglicherweise eine niedrige Startleistung, eine passende Regelung und das Zusammenspiel mit Ihrem Auto wichtiger. Welche Priorität gilt, ergibt sich aus Ihrem Ladeprofil.
Überschussregelung und Lastmanagement unterscheiden
Die Überschussregelung richtet das Laden nach dem verfügbaren Solarstrom aus. Lastmanagement begrenzt dagegen Belastungen nach den festgelegten Anschlussbedingungen. Beide Funktionen können zusammenarbeiten, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.
Bitten Sie um eine verständliche Beschreibung beider Funktionen im Angebot. Lassen Sie klären, wie die Wallbox reagiert, wenn gleichzeitig andere große Verbraucher eingeschaltet werden. Ebenso wichtig ist, welcher Ladebetrieb möglich bleibt, wenn Messung oder Kommunikation ausfallen.
Ein frei gewähltes Alltagsszenario eignet sich für das Gespräch: Das Auto lädt, während im Haus gekocht wird und ein weiterer Verbraucher startet. Fragen Sie, wie das System die neue Situation erkennt, welche Priorität gilt und wie schnell die Ladeleistung angepasst wird.
Brauchen Sie zusätzlich einen Batteriespeicher?
Ein stationärer Speicher ist keine pauschale Voraussetzung für direktes solares Laden. Lassen Sie zunächst eine Variante betrachten, in der das Auto während verfügbarer Solarproduktion angeschlossen ist. Ein zusätzlicher Speicher verdient anschließend eine gesonderte technische und wirtschaftliche Prüfung.
Ist das Auto überwiegend abends zu Hause, darf aus diesem Umstand nicht automatisch eine große Heimbatterie abgeleitet werden. Fragen Sie nach der erwarteten zusätzlich nutzbaren Energiemenge und allen Mehrkosten. Auch die Leistungsfähigkeit und die übrige Nutzung des Speichers gehören in die Betrachtung.
Wenn bereits eine Batterie vorhanden ist, muss die Priorität festgelegt werden. Soll zuerst der Haushalt versorgt, dann die Batterie geladen und anschließend das Auto berücksichtigt werden? Oder braucht das Auto zeitweise Vorrang? Lassen Sie die gewünschte Reihenfolge im vorgesehenen System prüfen und bei der Einweisung demonstrieren.
So prüfen Sie den wirtschaftlichen Nutzen
Für eine nachvollziehbare Rechnung brauchen Sie die zusätzlich mit Solarstrom geladenen Kilowattstunden. Der Vorteil hängt unter anderem vom vermiedenen Strompreis und dem Wert der sonstigen Einspeisung ab. Investition und mögliche zusätzliche Betriebskosten müssen ebenfalls einfließen.
Ein ausschließlich hypothetisches Beispiel: Werden pro Jahr 1.000 Kilowattstunden Netzbezug durch direktes solares Laden vermieden, bei angenommenen 0,30 Euro Arbeitspreis und 0,08 Euro entgangener Einspeisung, beträgt die Differenz 220 Euro. Voraussetzung ist, dass die Energiemengen auf derselben Messseite vergleichbar sind.
Diese Rechnung enthält keine Aussage über aktuelle Tarife oder Ihre tatsächliche Ladestrommenge. Ladeverluste, Mehrkosten und Änderungen des Nutzungsprofils gehören gesondert bewertet. Solarstrom ist wirtschaftlich nicht automatisch kostenlos, nur weil er vom eigenen Dach stammt.
Checkliste vor Bestellung und Installation
Legen Sie das Fahrzeugmodell, die jährliche Fahrleistung und typische Standzeiten bereit. Bei einer vorhandenen Anlage ergänzen Sie Wechselrichtertyp, Speicherangaben und Informationen zur bisherigen Messung. Fotos des Zählerschranks und der geplanten Montageposition erleichtern die Vorbereitung.
Lassen Sie das Angebot die Elektroarbeiten, den Leitungsweg, notwendige Messgeräte und die Einrichtung der Steuerung beschreiben. Auch die Zuständigkeit für erforderliche Abstimmungen und Formalitäten sollte geklärt sein. Entscheidend sind die aktuellen Anforderungen für Ihr Vorhaben, die der ausführende Fachbetrieb prüfen muss.
Vereinbaren Sie bei der Einweisung eine Demonstration der wichtigsten Betriebsarten: solares Laden, Laden bis zu einer Abfahrt und Verhalten bei fehlendem Überschuss. Notieren Sie die Einstellungen und fragen Sie, wie Sie später zwischen diesen Betriebsarten wechseln können.
Green Tec bietet Wallboxen und Photovoltaik in Bocholt und Umgebung an. Informieren Sie sich auf unserer Wallboxseite und senden Sie über die Kontaktseite die Angaben zu Auto und vorhandener Anlage. So lässt sich Ihre Beratung auf das gewünschte Ladeverhalten ausrichten.
Häufige Fragen zum PV Überschussladen
Kann jede Wallbox automatisch mit Solarüberschuss laden?
Die Funktion muss für die konkrete Kombination aus Wallbox, Messung und Steuerung geprüft werden. Eine allgemeine Ladefunktion allein bestätigt das nicht.
Muss ich eine Photovoltaikanlage und Wallbox gleichzeitig kaufen?
Nein. Bei einer Nachrüstung sollten vorhandene Komponenten und mögliche Zusatzarbeiten zuerst genau geprüft werden.
Reicht es, das Auto mittags anzuschließen?
Das kann die Solarstromnutzung unterstützen. Für eine automatische Anpassung an wechselnde Überschüsse benötigen Sie eine entsprechend abgestimmte Steuerung.
Was geschieht, wenn bis zur Abfahrt zu wenig Sonne verfügbar ist?
Das hängt von der gewählten Betriebsart ab. Lassen Sie prüfen, ob das System bei Bedarf Netzstrom ergänzt oder eine gewünschte Energiemenge bis zur Abfahrt bereitstellt.
Welche Daten braucht Green Tec für die erste Beratung?
Fahrzeugmodell, Standzeiten und Angaben zur vorhandenen Photovoltaik. Produktbezeichnungen und Fotos der Installation helfen bei der Vorbereitung.




